Der vorige Beitrag schloss mit dem „Triumphbogen der Sergier“ in Pula. Wir verweilen dort noch ein wenig, verlassen aber für einen Moment die Antike. Beiderseits des Bogens befindet sich je ein Café, wo auch wir uns in einem davon niederlassen. Im anderen sitzt ein merkwürdiger Herr, tief in Gedanken versunken, er rührt sich nicht.

Er liest auch nicht, wie sonst manche Kaffeehausbesucher. Vielleicht deshalb, weil er über sein eigenes Zitat nachdenkt: „Das Leben ist zu kurz, um ein schlechtes Buch zu lesen.“ Oder hat er gerade einen miserablen Imbiss erhalten und denkt sich: „God made food; the devil the cooks“ - also - „Gott schuf das Essen, der Teufel die Köche“. Oder kam er beim Betrachten des Triumphbogens gerade zu der Erkenntnis: „Geschichte ist ein Albtraum, aus dem ich zu erwachen versuche.“ Vielleicht bewundert er aber einfach nur wunderschöne Tauben, ebenso wie ich gerade auch.
Der „große Unbekannte“ sitzt natürlich keinesfalls inkognito da, und er rührt sich nicht, weil er aus Bronze ist. Im übrigen sah er lebendig kaum anders aus.

Es ist James Joyce, der tatsächlich in sehr jungen Jahren – als ihm die damalige Verzopftheit von Irland zur Genüge auf den Nerv gegangen war, für ein halbes Jahr mit seiner Freundin hierher nach Pula gezogen war, um hier den Großteil seines Werks “Portrait des Künstlers als jungem Mann” zu schreiben. Dann wurde ihm der Ort allerdings zu eng und er bezeichnete ihn als „maritimes Sibirien“, um nach dem damals sehr kosmopolitischen Triest weiterzuziehen. Die Entfernung von Pula zur irischen Heimat von Joyce ist wohl mit 1800 Kilometern der weiteste Ausgriff Istriens nach Europa, um 500 Kilometer mehr noch als jener nach Istanbul.
Und bleiben wir gleich noch bei diesen Europa-Bezügen, die uns endlich auch zur Erkenntnis bringen: Istrien war einst auch einmal habsburgisch, gehörte von 1867 bis 1918 zur österreichischen Monarchie.

Welche Fläche diese in Europa einnahm, sehen wir links. Und wie klein sich in dem Riesenreich Istrien ausnahm, erkennen wir an dem winzigen Gebilde hinter dem schwarzen Pfeil. Doch wie so oft kam es nicht auf die Größe an.
Es war nämlich genau unser istrisches Pula, das wegen seiner günstigen Lage zum Kriegshafen des großen Imperiums auserwählt worden war. Das bedeutete den größten Impact auf diese Siedlung seit der Römerzeit.


Mitte des 19. Jahrhunderts noch ein Fischerdorf von etwa 1.000 Einwohnern, mit Booten, wie sie oben zu sehen sind, war es durch den Zuzug von Menschen aus der Monarchie speziell nach dem Anschluss an das schon bestehende Eisenbahnnetz um das fünfzigfache auf 50.291 Bewohner angewachsen, davon 6.00 Militärangehörige. Die Flotte der Monarchie war die sechstgrößte der Welt, ein Umstand der natürlich auch manche zusätzliche Infrastruktur nach sich zog: eine Kaserne, ein Spital, ein Kasino, einen eigenen Militärfriedhof, eine Garnisonskirche, und sogar ein hydrografisches Amt und eine Sternwarte. Die große Funktelegrafenstation hatte eine Reichweite bis zum Atlantik und zum Roten Meer.
Es ist diese Glanzzeit während der österreichischen Herrschaft, als etwa ein überlebensgroßes Denkmal der Kaiserin Elisabeth vor der Arena stand (siehe unten: linkes Bild; Quelle: https://www.reddit.com/r/HistoryOfAustria/comments/qs4uoz/kaiserin_elisabeth_monument_at_the_arena_of_pula/?rdt=58016), seit dem Ende des Ersten Weltkriegs vor über einem Jahrhundert längst vorbei.

Es wurde durch verschiedene andere Monumente mit Bezug auf die jeweiligen Machthaber ersetzt, die ihrerseits auch alle wiederum verschwunden sind. Aber ganz ohne sozusagen denkmal-geschützte Heldenverehrung geht es wohl nicht. Und so wird hier statt der „Sisy“ der im Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten und Opfer des Faschismus gedacht. Ferner sind zehn Büsten von Nationalhelden zu bewundern. Über alle erhoben führt sie noch immer Marschall Tito an – obwohl sein gesamtjugoslawisches Imperium längst in Einzelstaaten wie Kroatien zerbrochen ist (oben: rechtes Bild: Foto: JøMa; CC BY-SA 3.0; Quelle: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Datei:Tito-Denkmal_in_Pula,_Istrien_2009.jpg).
Dazu würden ja eigentlich kommunistische Plattenbauten wie in der DDR passen. Altösterreichischer ästhetischer Charme hat dies vielleicht verhindert. Auf der alten Ansichtskarte links sehen wir – von mir mit einem blauen Pfeil markiert – ein hübsches kleines Hafengebäude, von dem eine lange, eher hässliche Eisenbrücke in ein noch hässlicheres Werksgelände führt. Letztere sind gottseidank verschwunden, aber an dem schönbrunngelben Gebäude konnten wir noch immer vorbeispazieren. Es werden dort jetzt Tickets für kleinere Schiffsausflüge verkauft. Und aus reinem Zufall haben wir gegenüber dem 1909 modernsten Hotel in Pula, namens „Riviera“, geparkt, wie mein Foto rechts oben zeigt, hat es sich gegenüber der alten Ansichtskarte außen kaum verändert, und es ist nach wie vor ein Gästehaus.

Und als wir von Pula wegfuhren, mussten wir aufgrund einer
Einbahnregelung einen kleinen Umweg machen, und kamen so – ohne
dass wir das vorher ahnen konnten, auch am ehemaligen k.& k. –
Bahnhof von 1876 mit einer daneben aufgestellten jahrzehntealten
Dampflok vorbeifahren. Und gleich werdet ihr vielleicht auch
verstehen, warum mich nach jeder Reise, so nach langen Jahren
natürlich auch bei diesem Urlaub, die Nachbereitung so fasziniert
und freut. Ich fand nämlich im Internet ein uraltes Foto von genau
diesem bis heute unverändert als Baudenkmal erhaltenen Bahnhof,
allerdings mit dem hier gerade eingetroffenen Hofzug seiner Majestät,
Kaiser Franz Joseph I.

Ein letztes Mal steigen wir in der Geschichte Istriens etwa ein halbes Jahrtausend hinab, um noch einmal etwas Unerwartetes aufzuspüren: FRESKEN – und nicht etwa in Kathedralen und Domen, und nicht in Metropolen wie ursprünglich in Paris, Basel, Lübeck oder Dresden, nein – mit Verlaub gesagt – am Arsch der Welt, neben dem Friedhof des etwa einen Kilometer entfernten Ortes Beram. Und hier geht es um ein kleines, von außen völlig unscheinbares altes Gebäude. Man könnte denken, es wäre eben so ein Schuppen, in dem der Totengräber seine Schaufeln, Scheibtruhen, Tragegurte etc. aufbewahren würde, und nicht zu vergessen, den Schnaps, den er benötigte, wenn er wieder einmal in einem aufgelassenen Grab auf einen vermoderten Totenschädel stieß.

Weit gefehlt: in Begleitung einer alten Führerin betritt man einen Raum, in dem jeder Quadratzentimeter bedeckt ist mit al fresco aufgetragener Farbe, Szenen aus der Bibel darstellend.

Das längste Bild zeigt den Zug der Heiligen Drei Könige mit ihrem Gefolge, das packendste jedoch ist der Totentanz. Entstanden in einer Umbruchstimmung zwischen Mittelalter und Neuzeit, in der keiner von heute auf morgen seines Lebens sicher war. Dafür sorgten die in Wellen immer wiederkehrende Pest und andere tödliche Seuchen, Naturkatastrophen und Hungersnöte, und dafür sorgten auch gewalttätige Überfälle aus der Nähe, ebenso wie große flächendeckende Kriege, welche die Menschen schon überhaupt nicht kapierten, weil ihnen nicht einmal die Gründe und Gegengründe dafür bekannt waren, sie aber durch dieses Spiel der Mächtigen dennoch hingemetzelt, verstümmelt, vergewaltigt oder verschleppt wurden. Endstation war so oder so meist ein vorzeitiger – meist eher brutaler – Tod.


Und ein noch stärkeres Freskenerlebnis wird uns auf unserer Heimfahrt zuteil, im slowenischen Teil von Istrien. In Hrastovlje, einem 143- Seelen-Nest, das jedoch von informierten Kulturbeflissenen aus aller Herren Länder heimgesucht wird, um diese mauerumgürtete Wehrkirche im Inneren zu besuchen, wo die Malereien jene von Beram noch um einiges übertreffen.



Aber natürlich ist auch hier der Totentanz der Höhepunkt. Für die Betrachter war es wohl immer schon ein gewisser Trost, wenngleich vielleicht nur ein schwacher, dass alle dem Sensenmann anheim fallen werden, der oder die früher, der oder die später. Bauer, Soldat, Nonne, König oder Königin, Bischöfe, Kardinäle, ja selbst der Papst.





Aber nicht nur die Großen und Mächtigen, auch die Kleinen und Schwachen werden des Sensenmannes sichere Beute. Ein Kind wird aus der Wiege gezerrt und auch der verkrüppelte Bettler mit seinem Holzbein wird zum Tanz gezwungen.

Nicht uninteressant ist, dass der Bettler einen groben Kranz in seiner Linken hält, den ich zunächst – nur schlampig hinschauend – für einen überdimensionierten Rosenkranz gehalten habe. O nein! Es ist vielmehr eine geschlossene Kette von Schellen, wie sie sich etwa auf der Narrenkappe befinden.



Interessant ist, dass genau 50 Jahre später der größte flämische Maler Pieter Brueghel der Ältere in seinem Bild „Die Krüppel“ einem solchen eine ebensolche Schellenkette in die Hand drückt (rote Umrandung).

Also wieder eine Usance, die über ganz Europa ging. Schellen sollen Lärm erzeugen und damit Leute aufmerksam machen – wie etwa die Autohupe. Das sollte aus zweierlei Gründen geschehen: wenn es sich um ansteckend Verseuchte handelte, wie etwa Leprakranke, dann handelte es sich beim Schellengeläute um ein Warnsignal, wenn es sich aber um verkrüppelte Bettler drehte, dann wollten sie mit dem Lärm, der auch von Rasseln oder Ratschen kommen konnte, Aufmerksamkeit und damit Mitleid erregen, um eher eine milde Gabe zu bekommen.
Ich habe die Genugtuung schon erwähnt, welche die arme Bevölkerung empfunden haben wird, als ihr im Fresko vor Augen geführt wurde, dass sich auch die höchsten weltlichen und geistlichen Würdenträger in den Danse Macabre einordnen müssen.
Es gab aber auch noch weitere „saftige“ Zeit- und Gesellschaftskritik:

In diesem Bildausschnitt packt der Tod einen Arzt bei seiner rechten Hand. Dieser greift aber mit seiner Linken unten durch zu seiner Umhängetasche, in welcher er zweifellos auch sein Geld aufbewahrt. Es wird zurecht allgemein angenommen, dass er wohl den Tod bestechen möchte. Gab es damals schon eine Zweiklassenmedizin, sodass er ein Medicus war, der sich bei besserer Bezahlung auch eine größere Mühe bei der Behandlung gab? Meinte er, dass das auch beim Tod dieselbe Wirkung erzielen müsste?
Und Sozialkritik auch noch in einem Bild aus dem Gewölbe-Freskenzyklus zur „Schöpfungsgeschichte“.

Ein Szenarium, das ebenfalls über weite Teile Europas verbreitet ist: wir sehen links Adam, wie er mit einer gewaltigen Spitzhaue mühsam den steinigen Boden bearbeitet. Rechts von ihm sitzt Eva, die nicht nur das Brüderpaar Kain und Abel säugen muss, sondern daneben auch noch Wolle spinnen. Ganz blass, aber von mir mit einem roten Pfeil markiert, seht ihr den Spinnrocken, den sie auf einem Stab in der Linken hält.
Dazu gab es einen Vers, der sogleich die Kritik am reichen Adel offenbart. Er lautet:
„Als Adam grub und Eva spann, wo war denn da der Edelmann?“
Besonders beliebt war das Motiv natürlich während der Bauernaufstände vom 15. bis zum 17. Jahrhundert. Der Spruch tauchte aber – übrigens ungefähr gleichzeitig mit dem Fresko hier in Hrastovlje – auch als Graffito am Hof des Kaisers Maximilian I. auf.
Und für den Kenner spannend ist auch, dass sowohl hier in Hrastovlje, als auch neben den Fresken von Beran ganz merkwürdige Schriftzeichen auftauchen.

Es handelt sich um die sogenannte Glagoliza, eine Buchstabenschrift, die vom Slawenapostel Kyrill im 9. Jahrhundert erdacht und aus dem griechischen Schriftsystem entwickelt wurde.
Diese Glagoliza veränderte sich dann zur kyrillischen Schrift, die zwar Kyrills Namen trägt, aber erst im 10. Jahrhundert am bulgarischen Zarenhof entstanden ist. Links auf dem nächsten Bild sehen wir jeweils die Groß- und die Kleinbuchstaben, blau und grün jeweils die Schreibung in der Glagoliza, rechts in rot dieselben Werte in der Kyrilliza.

Das nächste Bild zeigt in grüner Farbe die Länder und Sprachen, in denen kyrillisch geschrieben wird: Russisch, Ukrainisch, Belarussisch, Bulgarisch, Serbisch, Mazedonisch und das moderne Kirchenslawisch sowie zahlreiche weitere Sprachen in Osteuropa, Sibirien, im nördlichen Kaukasus und in Zentralasien. Teilweise auch noch Turksprachen wie Kasachisch und Kirgisisch, das mit dem Persischen verwandte Tadschikisch, Mongolisch oder auch Dunganisch, ein chinesischer Dialekt.

Dass unsere Führer in beiden Freskenkirchen aber jeweils auf die Schriftzeichen an der Wand hinwiesen, und besonders darauf, dass sie glagolitisch seien, hatte wohl seinen Grund darin, dass sich in Istrien die Glagolica hielt, während sie etwa in Serbien schon im 13. Jahrhundert der kyrillischen Variante weichen musste. Somit wurde die glagolitische Schrift sogar für die im 19. Jahrhundert entstehende Nationalbewegung der Kroaten ein Zeichen der Abgrenzung gegen den lateinischen Westen und den orthodoxen Osten. Auch in der kroatischen katholischen Kirche blieb sie in Gebrauch. Aber sogar bis in unsere unmittelbare Gegenwart gilt die Glagoliza in Kroatien als nationales Symbol, und zwar nicht nur in Verbindung mit Schmuck, bei Logos, als Tätowierung oder ganz allgemein bei Verzierungen, sondern – man höre und staune: sogar auf den seit 2023 gültigen kroatischen Cent-Münzen findet sich eine glagolitische Ligatur.

Jetzt, wo es endgültig allmählich endlich dem Schluss meiner Ausführungen entgegen geht, sollte es aber wohl ein wenig freundlicher werden, nicht so bleich und knöchern wie beim dance macabre, dem Totentanz. Besser ist doch wohl braun und knusprig – etwa so wie ein Brezel.
Da kann uns aber überraschend geholfen werden, denn im Städtchen Bale findet sich tatsächlich in einer winzigen, mit Steinplatten gedeckten Kapelle aus dem 15. Jahrhundert ein solcher Biergarten-Snack auf dem Tisch des „Letzten Abendmahls Christi“.



Das macht auch gleich Appetit auf den absoluten kulinarischen Höhepunkt der Reise. Istrien ist nämlich berühmt für seine Trüffeln, ungefähr ebenbürtig den besten, die im Piemont oder Perigord unterirdisch heranwachsen. Die allerbesten, die weißen, gibt es nur ein paar Wochen lang, so etwa ab Ende September. Man nimmt aber sehr gerne auch mit den sehr wohlschmeckenden schwarzen Trüffeln des restlichen Jahres vorlieb.

Apropos Wohlgeschmack: in einem Interview mit einem istrischen Restaurantbesitzer habe ich gelesen, dass sein Großvater diese gastronomischen Diamanten noch für stinkende Kartoffeln hielt und den Schweinen verfütterte.
Es möge ein abschließendes gutes Omen für uns sein, dass die Konoba, also das Gasthaus, in dem wir die edlen Knollen genossen, nur etwa einen Kilometer entfernt ist von dem geschilderten Totentanz von Beran.
Merken wir uns: so nahe kann – oder eigentlich noch besser – sollte man trübe, depressive Stimmungen und Gedanken an das Lebensende gründlich ersetzen durch pralles Leben und Genießen, durch Freude und Optimismus. Und so nehmen wir Platz an dem Tisch neben dem offenen Kamin, auf den mein grüner Pfeil hinweist.

Alles Dunkle ist wie weggeblasen, wenn man der jungen Wirtin aus unmittelbarer Nähe zusehen darf, wie sie optimal für das nächste Grillfleisch nachheizt – große Buchenscheiter, von denen sie die kleinen glühenden Stücke zusammenhäuft, den einfachen Grillbock mit dem groben Rost darüber stellt und waagrecht, bei großen T-Bone-Steaks aber teilweise auch senkrecht das Grillgut dazu zwingt, sich dem Wunsch des Gastes zu fügen und sich entweder „ganz roh“ zu gebärden, oder „medium“ dem zivilisierten Mittelstand zu entsprechen, wenn nicht gar völlig durchgeröstet sich jeglichem gastronomischen Abenteuer abhold zu zeigen.

Als Beilagen dienen Fuži, eine spindelförmige istrische Nudelspezialität. Aber das Beste natürlich zuletzt: die Wirtin hobelt Trüffelscheiben über das Ganze. Aber hallo! Wirklich großzügig und von einer nahezu archaischen Gastfreundschaft, die man in Kroatien freilich nur in der Vorsaison erleben können wird, während im Hochsommer an der Küste gelegene Luxusrestaurants um den dreifachen Preis nur ein Drittel von unserer Mahlzeit servieren würden.

Istrien kann einem in wenigen vorsaisonalen Tagen also verschiedene Lehren erteilen, wenn man sensibel und aufnahmebereit ist. Wie schrieb schon Paul Heyse (vertont durch Hugo Wolf): „Auch kleine Dinge können uns entzücken…“ Das war vielleicht der Fall, als wir bei genauerer Betrachtung der landeseigenen „Miniaturen“ entdeckten, welch großen europäische Zusammenhänge sich in ihnen spiegelten. Die „Totentanz“-Fresken sollten uns inmitten all der Herrlichkeiten für Auge, Ohr und Gaumen aber auch daran erinnern, dass z.B. bei einem Triumphzug im alten Rom hinter dem siegreichen Feldherrn ein Sklave stand oder ging, der einen Gold- oder Lorbeerkranz über den Kopf des Siegreichen hielt und diesen ununterbrochen mit den folgenden Worten mahnte : „Memento mori.“ („Bedenke, dass du sterben wirst.“)

Diese Mahnung trifft sich freilich mit einer anderen, sehr beherzigenswerten: „Carpe diem“ – „Nütze den Tag; freue dich des Lebens, solange das Lämpchen noch glüht!“

Und das fällt in Istrien leicht:


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